Der erste wissenschaftliche Durchbruch gelang dem Magnetismus durch die Nutzung des Kompasses um 1200, die in dem Werk „De naturis rerum“ des englischen Mönchs Alexander Neckam beschreiben wird. Zunächst war die auf einer Pfeilspitze gelagerte Nadel, die immer gen Polarstern wies, als Teufelsmachwerk verschrien, doch mit dem Ausbau der Seeschifffahrt und den Entdeckungsreisen setzte sich der Kompass zur Kursbestimmung allen Unkenrufen zum Trotz durch. Der Leibarzt von Königin Elisabeth I, William Gilbert, veröffentlichte seine Experimente 1600 in dem Buch „De Magente“. Er untersuchte die Wirkung von Magnetismus auf den menschlichen Körper und entdeckte, dass die Erde selbst ein großer Magnet ist, woraus er erste Schlussfolgerungen bezüglich des Erdmagnetfeldes zog. Außerdem unterschied er erstmals zwischen elektrischen und magnetischen Kräften. 1750 stellte John Mitchell künstliche Magneten ohne Zuhilfenahme von Magnetsteinen her. 1820 erforschte Hans Christian Oersted zeitgleich mit dem Franzosen Ampère die Kräfte von Strom durchflossenen Drähten. Ihre Ergebnisse gipfelten ein Jahr später in dem Bau des ersten Elektromotors durch Michael Faraday. Ihm gelang es, einen elektrischen Draht dauerhaft um einen Magneten rotieren zu lassen. Den elektromagnetisch-akustischen Effekt machte sich Alexander Graham Bell 1876 mit der Erfindung des Telefons zunutzte. Im Jahre 1898 gelang dem Physiker Valdemar Pulsen die magnetische Speicherung von Signalen. Das Tonband war geboren. Danach ließ sich das elektromagnetische Zeitalter nicht mehr aufhalten, dessen Errungenschaften – von der Scheckkarte über den Kopfhörer bis zur Computerfestplatte – aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Und auch in Zukunft werden uns dank künstlicher Magnete oder den neuen Hochenergie-Magneten spannende Projekte wie die Magnetschwerbebahn in Staunen versetzten.