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Von China bis Cleopatra: Mythen um Magnetschmuck

 
 
 

Die Steine mit ihren ungewöhnlichen Eigenschaften haben seit jeher die Fantasie der Menschen beflügelt, davon berichten sowohl Ägypter, Mayas, asiatische und antike Völker. Heute geht man davon aus, dass die ersten Magnetsteine im Ort Magnesia in der Westtürkei gefunden wurden. Ihre Wirkung faszinierte die Menschen, so dass sie bald für Magnetschmuck verwendet wurden. Cleopatra soll z. B. ein magnetisches Stirnband getragen haben – ob zur Behandlung ihrer Kopfschmerzen oder um dadurch göttliche Energie zu empfangen bleibt ungewiss.
Die Chinesen kannten Magnetsteine schon seit 800 v. Chr. und gingen sehr erfinderisch mit ihnen um. Etwa 200 v. Chr. entwickelte Hanfuzius den Sin Nan, einen magnetischen Löffel auf einer bronzenen Erdscheibe, dessen Stil immer nach Süden ausgerichtet war. Hierbei handelt es sich sozusagen um den ersten Kompass der Welt, der damals allerdings nicht zur Navigation benutzt wurde. Vielmehr diente er als eine Art „gottgewollte Architektur“ zum Ausrichten von Häusern und Straßen. Außerdem wurde er zur Wahrsagerei oder bei Riten und Zeremonien verwendet. Selbst heute spielt der Si Nan noch eine Rolle im Feng Shui.
In Europa machte der Kaufmann Thales von Milet Magnetsteine um 500 v. Chr. bekannt. Ebenso entdeckte er, dass auch Bernstein eine anziehende Wirkung aufweist und kleine Gegenstände wie Stroh oder Federn an ihm haften bleiben. In seiner Vorstellung einer göttlichen Bewegung, die im Kosmos verbreitet ist, sah er in den Steinen sogar eine Seele innewohnen!
Dichter und Dramatiker ließen sich von Magneten immer wieder zu sagenhaften Geschichten hinreißen. Um 50 n. Chr. schrieb Plinius der Ältere über einen Hirten namens Magnes, der über den heiligen Berg Ida wanderte, dort einen seltsamen Stein fand und plötzlich seine mit Eisennägeln behauenen Schuhe nicht mehr bewegen konnte. 1160 wurde im französischen „Roman d’Eneas“ von den Mauern Kathargos berichtet, die mit Magnetsteinen besetzt waren und Angreifer in eisernen Panzerungen festhielten, so dass ein weiteres Vordringen in die antike Stadt unmöglich war.

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